Freitag, 29. April 2011

Winchester 2011


Anlässlich der Hochzeit meines Cousins haben wir uns über Ostern nach Winchester in Südengland begeben. Wenn wir schon einmal dorthin reisen, wollten wir die Gelegenheit nützen und einige Tage dort verbringen um auch die Gegend kennen zu lernen! Unsere Reise hat mit einem perfekten Flug nach Gatwick und einer noch perfekteren Unterkunft im 5*B&B "Dwan Cottage" begonnen, obwohl die Autoreise (Linksverkehr - Papa war unser einziger Fahrer) anfänglich recht sportlich war.

Unser erster Tag hat direkt in Winchester begonnen. Nach einem herrlichen Abendessen in der St.James Tavern (Empfehlung unserer B&B-Lady) und einer guten ersten Nacht haben wir üppig gefrühstückt. Wir mussten am Vorabend noch ausfüllen, wie wir unsere 2 Eier haben wollten: Pochiert oder Eierspeise, mit Lachs oder Speck, Tomaten oder Schwammerl, Würstel oder Baked Beans ... Dazu gabs aber sowieso Joghurt, Obst, Müslis aller Art, Toast, Marmeladen... Also nach so einem üppigen Frühstück war man das erste Mal an diesem Tag schon wieder reif zum Schläfchen....

... aber weils doch so schön war (5 Tage Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen - laut unserer B&B-Lady regnet es in dieser Gegend sonst fast immer...) sind wir also in dieses bezaubernde Städtchen hinein - wo ich auch erfahren musste, dass Winchester im frühen Mittelalter Englands Hauptstadt war. In den Strassen und Gassen stehen sehr viele alte Gebäude, man sieht besonders viele Fachwerkbauten, überall sind diese kleinen Boutiquen, dazwischen bemerkt man wahnsinnig viel geschichtliches...



... über den Fluss Itchen sind wir in die Altstadt gelangt, wo man die Highstreet hinaufwandert bis zum Westgate, eines der alten Stadttore.


Im Winchster Castle in der großen Halle hängt der "Round Table", der Tisch von König Arthur uns seinen 24 Rittern der Tafelrunde, sehr imposant.


Gleich anschließend befindet sich der kleine, aber artenreiche und entzückende Garten der Königin Eleonore.


Besonders gut hat mir dieser Laubengang gefallen, der im Sommer mit Wein bewachsen sein muss.





Sehr beeindruckend ist auch die Kathedrale von Winchester! Sie ist die längste mittelalterliche Kathedrale von Europa und von aussen eher schwerfällig.


Innen aber ist sie überwältigend groß und hoch und vielfältig dekoriert. Einfach imposant. Hier liegt übrigens Jane Austen begraben.

Um diese Kathedrale ist ein großer grüner Park mit vielen alten Grabsteinen, aber sie stehen weit voneinander entfernt und er hat keinen Friedhofscharakter. Es sind riesengroße grüne Wiesen mit da und dort einem Stein. Mein Eindruck war sehr positiv, ein bissl so, wie wenn man mit seinen Toten ein nettes Picknick machen und Fussball spielen könnte. Sehr nett.

Dieser Grabstein ist uns dann ins Auge gestochen: wenn ihr drauf klickt und das Bild vergrößert könnt ihr darauf lesen, warum er mir gefallen hat...


Nocheinmal die Kathedrale von aussen - wirklich schwerfällig.



Am Nachmittag sind wir dann ein Stückchen weiter in das Dorf Alresford gefahren, das sehr berühmt für seine Brunnenkresse sein soll. Dort kann ganzjährig geerntet werden, weil die Wassertemperatur an der Quelle dieses Flusses Alre so konstant ist.


Wir haben dann einfach den Rundweg durch das Dorf beschritten - malerisch. Hier spazieren wir gerade an der allen "Fulling Mill" vorbei.


Apropos - England blüht derzeit! Überall diese Glyzinien und deren betörender Duft, ein Wahnsinn! Soeine werden wir auch pflanzen!


Unseren ersten tollen Tag haben wir mit einem Abendessen im Whykeham Arms in Winchester gekrönt - absolut empfehlenswert (eh klar, wer uns das empfohlen hatte, oder??)


Am zweiten Tag wollten Harald und ich unbedingt nach Stonehenge fahren, aber unsere B&B-Lady hatte wieder massig viele Empfehlungen, unter anderem auch über Salisbury zu fahren und Stonehenge später zu besuchen, weil am Karfreitag dort sicher die Massen sein würden. Wir haben ihren Rat befolgt und sind also in Salisbury stehen geblieben.


Auch Salisbury ist sehr bedeutend. Die Katherale dort hat den höchsten Kirchturm Englands und sie beheimatet eines der letzten vier Originale der Magna Charta. Leider konnten wir wegen einer Karfreitagsprozession nur in die Vorräume der Kirche und in den tollen Innenhof mit tollen gotischen Arkadengängen.


Sonst präsentiert sich auch dieses Städtchen sehr geschichtlich und erhalten, sehr nett.


Stonehenge - der Reinfall! Vielleicht ist diese Stätte sehr bedeutend, aber ALLE wollten dorthin. Gott sei Dank hat Mama die Wegweise dorthin entdeckt und wir sind nicht dem Navi gefolgt. Das Resultat wäre ein stundenlanger Stau gewesen, den wir beim Weiterfahren gesehen haben. Stonehenge selbst hat uns nicht einmal zum Stehenbleiben eingeladen, es ist viel kleiner als es auf Fotos erscheint und die Menschenmassen waren allein vom Anblick her erdrückend... NEIN DANKE!


Drum sind wir weiter den Empfehlungen unserer Lady gefolgt und haben die Gärten des Sir Harold Hillier besucht.


Dieser Mann hat einen riesigen Garten mit einer Artenvielfalt an Pflanzen aus aller Welt angelegt - herrlich!


Ein Rhododendron.

Harald, der so gerne Blüten und Insekten fotografiert, konnte sich austoben!



Eine Kamelie.


Eine Azalee.


Das Teehaus in dem Garten - vormals Sir Hilliers Haus.

Am Heimweg nach Winchester haben wir noch Halt in Hursley gemacht und im Kings Head dinniert - Ladys Empfehlung - auf sie war Verlass!


Am Tag der Hochzeit wollte ich vormittags nocheinmal nach Winchester hinein um zu shoppen - auch das musste sein. Nachdem dieser Appetit gestillt war sind wir den Footpath along the River Itchen 1 Meile zum St.Cross Hospital spaziert, ein Armenhaus aus dem Mittelalter.




Um 15:00 war es dann soweit - es wurde geheiratet - im Festsaal der Universitiy of Winchester. Wir hatten echtes Glück, denn unser B&B war nur 300m zu Fuss entfernt!!


Die frisch Vermählten mit seinen Eltern - meine Tante + Onkel.


Und die frisch Vermählten mi ihren Eltern und Blumenmädchen.


Die Hochzeitstorte - von den Brautmüttern gebacken!!


Unser Hochzeitsgeschenk: Ein Puzzle mit Geld drinnen.

Am Sonntag nach der Hochzeit waren wir in Hythe bei Southampton bei der Brautfamilie eingeladen. Vorher mussten wir ans Meer, Papa wollte die Schiffe sehen!

Auf diesem Steg, wo diese kleine Eisenbahn Passagiere zu den Fähren bringt, sind damals auch die Passagiere auf die Titanic gebracht worden.




Riesenschiffe


Anschließend haben wir einen kleinen Tee im Tierpark vom New Forest getrunken, wo ich diesen ungefüllten Rotdorn entdeckt habe - auch den möchte ich haben - er soll ja viel sinnvoller sein als der übliche gefüllte "Paul Scarlet" bei uns, weil beim ungefüllten die Bienen hineinkönnen und er ausserdem viel resistenter gegen Feuerbrand sein soll - er wird mittlerweile bei uns für naturnahe Gartenbepflanzungen empfohlen - obwohl man ihn in Gärtnereien gar nicht so leicht bekommt!



Nach der netten Familienzusammenkunft sind wir durch den "New Forest" heimgefahren, einem Gebiert, das vor 1000 Jahren von Wilhelm dem Eroberer nach der Schlacht von Hastings den Adeligen als Jagdgebiet zugesagt wurde (früher bezeichnete Forest angeblich mehr ein Jagdgebier als einen Wald). Dieses Gebiet ist seither nahezu unverändert und beheimatet auf seinen 350 km² Wildponies!


Überall an den Strassenrändern, in den alten Dörfern und auf den Wiesen sieht man sie, die New Forest Ponies.


An diesem letzten Abend waren wir im Dolphin Inn in Hursley Abendessen - und ich bin überzeugt, dass ihr glaubt es war wieder eine Empfehlung!! NEIN, aber wir haben es dort sehr genossen und das Lokal unserer B&B-Lady empohlen!

Ach ja, diese Clematis oben sieht man sehr oft in Südengland, ich kenne sie allerding nicht. Sie hat ein rötliches laub, wenn ihr sie kennt, bitte um einen Hinweis!!

Dienstag, 15. Februar 2011

Besuch in Bayern

Nachdem unsere Männer arbeiten sollten und wir Mädels frei hatten, haben wir uns entschlossen ein paar Tage nach Bayern zu fahren und einige unserer "Auswanderer" zu besuchen - Gott sei Dank sind sie alle in eine nicht zuweit von einander entfernte Umgebung gezogen! Zuerst haben wir Alex + Anne mit Klein-Sophie in Penzberg besucht. Leider hab ich dort nicht allzu viel fotografiert.


Am zweiten Tag sind wir nach Schwangau auf Besuch zu Maria gefahren. Es hat sich uns eine herrliche Winterlandschaft geboten! Trotzdem wars wunderbar warm und so schön sonnig. Im Hintergrund kann man im Bergmassiv das Schloss Neuschwanstein sehen...

Zu Mittag sind wir beim "Weinbauer" eingekehrt, nachdem wir nach traditioneller Küche verlangt hatten. Der Oberkellner (Italiener) hat uns dann ausgiebig fotografiert - vor authentisch bayrischem Hintergrund - wir er es nannte).
Bei Kas-Suppn und...

... Maultaschen haben wir uns gelabt.
Danach haben wir einen Power-Marsch zur Hirschenfütterung gemacht. Power deswegen, weil wir durchs ausgiebige Speisen etwas spät dran waren!
Nur einer hatte er wirklich gemütlich - Christoff.
Imposant! Sicher 200 wilde (!) Hirschen werden hier über den Winter gefüttert um den Wildverbiss an den Knospen und Ästen zu verringern.
Wunderschöne Tiere, die bei einem plötzlichen Hundebellen alle gleichzeitig losgerannt sind - ein unglaubliches Getrampel und Getose war das.
Herrlicher Winter.
Bei Sonnenschein.
Hier ist wieder einmal klar ersichtlich, wer es am gemütlichsten hatte...
Später wollte Christoff aber nicht mehr getragen werden und nicht mehr Autofahren: drum sollte Felix das Auto tragen - was natürlich dazu verleitet hat, es besser zu fahren als zu tragen!
Ein typisches Touristenbild - Lucy stemmt das Schloss Neuschwanstein.
Gleich nebenbei steht das Schloss Hohenschwangau (das früher selber einmal "Neuschwanstein" geheißen haben soll, bevor das andere erbaut worden war)
Der Lechfall mit seinem typischen Grün der Gebirgsflüsse.
Diese witzige Tafel hat die Stadt Füssen bei dem Steg über den Lech aufgestellt. "20-30 Personen"- mit später angebrachten Zusatzvermerken 20 (dicke) bis 30 (dünne) Personen - aber alles ist relativ, oder?!
Füssen für Touristen ...
... und für Fahrzeug-narrische Kinder (+ Lucy)
Guten Morgen - kaum war Lucy auch nur irgendwie einsatzbereit, hatte sie auch schon ihre Okulele in der Hand. Die ganze Autofahrt hindurch war der Radio aus, denn Lucy hat uns bespielt und wir haben fest gesungen... ... wie zu alten Schulzeiten halt.
Lucy kann sich auch für alles begeistern: Wir haben auf dem Heimweg Stopp in Traunstein gemacht, um Lucys Bruder Norbert zu besuchen. Schon auf der Hinfahrt hat sie ständig vom Schrägaufzug erzählt. In Traunstein hab ich dann in der Altstadt immer wieder Ausschau nach irgendeiner Erhöhung mit einer Schrägseilbahn oder Ähnlichem gehalten, aber nix da!
Mitten in der Stadt gibt es in der Fußgängerzone einen schrägen Aufzug, damit man diese paar Stufen wie im oberen Bild nicht zu Fuß überwinden muß! Wir sind natürlich mehrmals Auf und Ab gefahren, da Lucy sooooo begeistert war ;-)
Auf der Weiterfahrt haben wir dann auch nocheinmal kurz Halt in Salzburg gemacht. um Babsi und Thomas zu besuchen - Babsi arbeitet ja seit kurzem bei Berchtesgaden, also noch eine, die weg gezogen ist.... war soooo nett die Beiden wieder zu treffen!
Alles in Allem war es ein netter 3-Tage-Mädels-Ausflug - Gerne wieder!!